Google My Business allein reicht nicht. Erst wenn Profil und Website zusammenspielen, wird dein Betrieb lokal wirklich sichtbar.

Du hast ein Google-Unternehmensprofil. Vielleicht sogar schon ein paar Bewertungen gesammelt. Aber Anfragen kommen trotzdem kaum rein — zumindest nicht über das Internet. Das kennen viele Handwerker, Friseure und Gastronomen in Österreich und Deutschland. Das Problem ist meistens nicht das Profil allein. Das Problem ist, was danach passiert — oder eben nicht passiert.
(Kurz zur Sprache: Der Eintrag hieß früher "Google My Business". Seit 2022 heißt er offiziell "Google Unternehmensprofil". Viele sagen aus Gewohnheit noch My Business — gemeint ist dasselbe.)
Wer auf dein Profil klickt, will mehr wissen. Wer bist du? Was kostest du? Wie erreicht man dich? Wenn du keine Website hast — oder eine, die aus dem Jahr 2015 stammt — verlierst du genau dort. Dein Unternehmensprofil und deine Website sind kein Entweder-oder. Sie sind ein Team. Erst zusammen spielen sie ihr volles Potenzial aus.
In diesem Artikel erfährst du, wie du beides so kombinierst, dass lokale Kunden dich finden, dir vertrauen — und anrufen.
Das Google Unternehmensprofil ist der Eintrag, der erscheint, wenn jemand nach "Elektriker Wien" oder "Friseur Graz" sucht. Du siehst ihn rechts neben den Suchergebnissen oder als Kartenausschnitt mit drei Einträgen — den sogenannten "Local Pack".
Für lokale Betriebe ist das Gold. Ein großer Teil der lokalen Suchen endet direkt im Profil: Der Nutzer ruft an oder holt sich die Adresse, ohne je auf eine Website zu klicken. Das klingt erst mal gut. Bedeutet aber auch: Wenn dein Profil unvollständig oder veraltet ist, verlierst du diese Anfragen sofort — und merkst es nicht mal.
Was Google über dein Ranking im Local Pack entscheidet:
Dieser letzte Punkt wird oft unterschätzt. Google crawlt deine Website und prüft, ob sie das bestätigt, was im Profil steht. Stimmen die Informationen überein? Gibt es lokale Signale (Ort, Stadtname, Dienstleistungen)? Das alles fließt ins lokale Ranking ein.
Ein gut gepflegtes Profil ohne Website ist wie ein Schaufenster ohne Geschäft dahinter.
Das Zusammenspiel zwischen deinem Unternehmensprofil und deiner Website funktioniert in beide Richtungen.
Das Profil schickt Traffic auf deine Website. Wenn jemand auf "Website besuchen" tippt, landet er auf deiner Startseite. Ist die schlecht — zu langsam, nicht mobil, kein klarer Inhalt — springt er sofort wieder ab. Und ein Besucher, der sofort wieder zurück zu Google geht, ist kein gutes Signal für deinen Eintrag.
Deine Website stärkt dein Profil. Lokale Signale auf der Website — dein Ortsname, deine Leistungen, deine Adresse im Footer — bestätigen Google, dass du wirklich der Elektriker aus Wien bist, für den du dich ausgibst. Wichtig ist dabei die NAP-Konsistenz: Name, Adresse und Telefonnummer (engl. Name, Address, Phone) müssen auf Website und Profil identisch sein. Stimmt das überein, vertraut Google deinem Eintrag mehr.
Praktisch bedeutet das:
Die Kombination aus einem vollständigen Google-Profil und einer sauberen, lokalen Website ist nach wie vor die effektivste Methode für lokale Betriebe, um organisch Kunden zu gewinnen — ohne einen Euro für Werbung auszugeben.
Mehr dazu, was eine gute Website für Kleinbetriebe ausmacht, findest du im Artikel Elemente einer guten Website für Kleinbetriebe.
Google entwickelt das Unternehmensprofil laufend weiter. Wer auf dem aktuellen Stand ist, hat einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die ihr Profil seit Jahren nicht angefasst haben. Drei Dinge, die du 2026 auf dem Schirm haben solltest:
Korrekte, vollständige Öffnungszeiten sind kein "nice to have" — sie gehören zu den Basisfaktoren, die Google für den Local Pack auswertet. Logisch: Google will niemanden zu einem Laden schicken, der geschlossen hat. Trotzdem haben viele Betriebe falsche Zeiten drin, keine Feiertage hinterlegt oder gar keine Zeiten.
Was du sofort tun solltest: Zeiten prüfen — inklusive Sonderzeiten für österreichische Feiertage (Nationalfeiertag am 26. Oktober, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen usw.). Google erlaubt auch zusätzliche Zeitarten, etwa eigene Telefon- oder Lieferzeiten.
Über das Unternehmensprofil kannst du in vielen Fällen einen direkten Nachrichten- bzw. Chat-Kontakt anbieten. Für Handwerker und Dienstleister, die ohnehin viel über WhatsApp abwickeln, senkt das die Hürde: Der Kunde schreibt mit einem Tippen, statt anzurufen.
Wichtig: Welche Nummer du auch angibst — sie sollte mit der auf deiner Website übereinstimmen. Zwei verschiedene Nummern stiften nur Verwirrung, beim Kunden wie bei Google.
Bei der Einrichtung verifiziert Google zunehmend per Video statt per Postkarte: Du filmst kurz deinen Betrieb, dein Schild und die Umgebung. Das geht meist deutlich schneller als der alte Postweg, der gut zwei Wochen dauern konnte. Falls Google dich dazu auffordert: Bereite vorher kurz vor, was im Video zu sehen sein soll (Außenschild, Innenraum, ggf. ein Werkzeug oder Gerät mit Firmenlogo).
Hier ist, was du konkret tun kannst — ohne technisches Wissen, in einer Stunde.
1. Profil vollständig ausfüllen Öffne business.google.com und geh alle Felder durch: Unternehmensname, Kategorie, Beschreibung, Adresse, Öffnungszeiten, Telefon, Website. Alles, was leer ist, kostet dich Ranking-Punkte.
2. Richtige Hauptkategorie wählen Die Hauptkategorie ist entscheidend, denn Google gleicht sie mit den Suchanfragen der Nutzer ab. Wähl die Kategorie aus Googles Liste, die deine Haupttätigkeit am genauesten trifft (z.B. "Elektriker", "Friseur", "Italienisches Restaurant") — nicht die allgemeinste. Weitere Tätigkeiten kannst du als Zusatzkategorien ergänzen.
3. Mindestens 10 Fotos hochladen Google selbst nennt deutlich mehr Anfragen nach Wegbeschreibungen und Website-Klicks bei Profilen mit Fotos. Lade Bilder aus deinem Betrieb hoch: deine Arbeiten, dein Team, deine Räume oder dein Fahrzeug. Keine Stock-Fotos — die erkennt man, und sie bauen kein Vertrauen auf.
4. Auf Bewertungen antworten Alle Bewertungen — gute wie schlechte. Google sieht, ob du aktiv bist. Und potenzielle Kunden sehen, wie du mit Feedback umgehst. Eine kurze, freundliche Antwort reicht.
5. Wöchentlich einen Google Beitrag erstellen Beiträge erscheinen direkt im Profil und verschwinden nach einer Woche. Ein kurzer Hinweis auf ein Angebot, eine neue Dienstleistung oder ein Saisonthema reicht. Das signalisiert Google Aktivität.
6. WhatsApp-Nummer hinterlegen Falls du WhatsApp geschäftlich nutzt: Im Profil unter "Kontaktinformationen" die Nummer eintragen und verknüpfen.
7. Website-Link prüfen Klick auf den Link in deinem Profil. Wo landet er? Funktioniert er? Lädt er schnell? Falls deine Website auf dem Smartphone hakt, verlierst du genau hier Kunden.
Mehr zu lokaler Google-Sichtbarkeit für Betriebe findest du in unserem Artikel Wie lokale Betriebe bei Google sichtbar werden.
Dein Google-Unternehmensprofil und deine Website sind keine Konkurrenten — sie sind Partner. Ein gepflegtes Profil bringt Menschen dazu, mehr über dich wissen zu wollen. Deine Website überzeugt sie dann, tatsächlich anzurufen oder eine Anfrage zu schicken.
Die wichtigsten Punkte aus diesem Artikel:
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