Dein Google-Profil ist oft der erste Eindruck — noch vor deiner Website. Diese 9 Basics entscheiden, ob jemand bei dir anruft oder beim Nächsten weiterscrollt.

Jemand sucht auf dem Handy "Installateur Linz Notdienst". Was er als erstes sieht, ist nicht eine Website. Es sind drei Betriebe in einem Kasten mit Karte, Sternen und einem "Anrufen"-Button. Dieser Kasten heißt Local Pack, und gefüttert wird er aus den Google Unternehmensprofilen. Wer dort drinsteht, bekommt den Anruf. Wer nicht, wird nicht mal gesehen.
Das Google Unternehmensprofil (früher "Google My Business") ist für viele lokale Betriebe der wichtigere erste Eindruck als die eigene Website — weil er zuerst kommt. Und das Beste: Es ist kostenlos und du hast volle Kontrolle darüber. Die meisten nutzen es trotzdem nur halb.
Hier sind die 9 Basics, die wirklich zählen. Keine Geheimtricks — sondern die Dinge, die du einmal sauber erledigst und die danach für dich arbeiten.
Bevor irgendetwas anderes geht: Das Profil muss dir gehören. Oft existiert schon ein automatisch generierter Eintrag, den nie jemand übernommen hat. Such auf Google nach deinem Betrieb. Steht dort "Inhaber dieses Unternehmens?" oder "Profil beanspruchen", klick drauf.
Die Verifizierung läuft meist über eine Postkarte mit Code an deine Geschäftsadresse, manchmal über Telefon oder Video. Das dauert ein paar Tage — ohne diesen Schritt kannst du aber nichts bearbeiten. Also: zuerst das, dann die folgenden 9 Punkte.
Dein Profilname muss dein echter Firmenname sein. Genau so, wie er auf dem Schild und auf der Rechnung steht. Also "Tischlerei Steininger", nicht "Tischlerei Steininger — Küchen Möbel Innenausbau Linz beste Qualität".
Es ist verlockend, Suchbegriffe in den Namen zu packen. Google verbietet das ausdrücklich und kann dein Profil dafür sperren. Außerdem schadet es dem Vertrauen — und konsistente Daten (gleicher Name überall) sind wichtiger als ein vollgestopfter.
Die Kategorie ist einer der stärksten Hebel überhaupt — und wird ständig falsch gemacht. Google entscheidet maßgeblich anhand der Kategorie, für welche Suchen es dich zeigt. Ein "Allgemeiner Handwerker" taucht bei "Tischler" deutlich seltener auf als ein "Tischler".
Wähl die spezifischste Kategorie, die wirklich passt. Du kannst zusätzlich Nebenkategorien angeben (z.B. Hauptkategorie "Physiotherapeut", Nebenkategorie "Sportmedizinische Praxis"). Aber die Hauptkategorie muss sitzen — sie ist dein wichtigstes Ranking-Signal.
Adresse und Telefonnummer müssen exakt so eingetragen sein wie auf deiner Website, auf HEROLD und in jedem anderen Verzeichnis. "Straße" vs. "Str.", Festnetz vs. Handy, eine alte Filialnummer — jeder Widerspruch verwirrt Google und schwächt dein lokales Ranking.
Nimm dir eine halbe Stunde, schreib deine Daten genau einmal sauber auf und übernimm exakt diese Schreibweise überall. Das ist langweilig und gleichzeitig einer der wirksamsten Schritte.
Falsche Öffnungszeiten sind ein Vertrauenskiller. Wer vor verschlossener Tür steht, weil "geöffnet" angezeigt wurde, kommt nicht wieder und schreibt im Zweifel eine schlechte Bewertung.
Pfleg die regulären Zeiten ein — und vor allem die Sonderzeiten zu Feiertagen. Gerade in Österreich mit vielen Feiertagen (8. Dezember, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt) ist das relevant. Google fragt rund um Feiertage aktiv nach; bestätige die Zeiten dann kurz.
Profile mit Fotos bekommen deutlich mehr Klicks und Anrufe als solche ohne. Und zwar echte Fotos: dein Geschäft von außen (damit man es findet), die Werkstatt, die Praxis, das Team, fertige Arbeiten.
Stockfotos und verpixelte Handyschnappschüsse von 2015 wirken schlechter als gar nichts. Ein paar gute, helle, aktuelle Bilder reichen. Lad sie selbst hoch — sonst übernehmen irgendwann Kunden die Bildhoheit über dein Profil, und das ist nicht immer in deinem Sinn.
Google bietet ein Feld für Leistungen/Produkte und eine Unternehmensbeschreibung. Beides ausfüllen. Bei den Leistungen listest du konkret auf, was du machst — das hilft Google, dich für genau diese Suchen zu zeigen.
Die Beschreibung ist in klarem Deutsch zu halten, kein Werbe-Sprech: Was machst du, für wen, in welchem Gebiet, was unterscheidet dich? Zwei, drei ehrliche Absätze sind besser als ein Floskel-Block.
Bewertungen sind nach der Kategorie das zweite große Signal: für Google und für jeden Menschen, der dein Profil ansieht. Sie beeinflussen direkt, ob jemand dich anklickt.
Zwei Dinge zählen:
Niemals Bewertungen kaufen oder fälschen — Google erkennt das, und es fliegt auf.
Über "Beiträge" kannst du wie in einem kleinen Newsfeed Aktuelles posten: Aktionen, neue Leistungen, geänderte Zeiten, ein abgeschlossenes Projekt. Das hält dein Profil lebendig und signalisiert Google, dass der Betrieb aktiv ist.
Im Frage-Antwort-Bereich können Nutzer öffentlich Fragen stellen. Beobachte das — und beantworte die häufigsten Fragen am besten gleich selbst proaktiv ("Gibt es Parkplätze?", "Behandelt ihr auch privat?"). Sonst beantwortet sie irgendwann ein Fremder, vielleicht falsch.
Stell sicher, dass die klickbare Telefonnummer stimmt und der Website-Link auf deine aktuelle Seite zeigt — nicht auf eine tote alte Domain. Wenn du Online-Termine anbietest, hinterleg den Buchungslink direkt im Profil. Jeder Klick weniger zwischen "gefunden" und "gebucht" bringt dir mehr Anfragen.
| Basic | Wirkung | Aufwand | Wie oft? |
|---|---|---|---|
| Profil verifizieren | Voraussetzung | Mittel (Postkarte abwarten) | Einmalig |
| Richtige Kategorie | Sehr hoch | Niedrig | Einmalig prüfen |
| Konsistente NAP | Hoch | Niedrig | Einmalig |
| Öffnungszeiten | Hoch | Niedrig | Laufend (Feiertage) |
| Fotos | Hoch | Mittel | Alle paar Monate |
| Leistungen/Beschreibung | Mittel bis hoch | Mittel | Einmalig + Updates |
| Bewertungen | Sehr hoch | Laufend, gering | Laufend |
| Posts & Fragen | Mittel | Gering | Monatlich |
| Telefon/Website/Buchung | Hoch | Niedrig | Einmalig prüfen |
Der letzte Punkt ist der bitterste: Das Google-Profil bringt den Klick — und die Website versemmelt ihn. Profil und Website müssen zusammenpassen, sonst zahlt sich die Mühe nur halb aus. Welche Elemente eine Website dafür braucht, steht in Die wichtigsten Elemente einer guten Website für Kleinbetriebe.
Kostet das Google Unternehmensprofil etwas? Nein. Das Anlegen, Verifizieren und Pflegen ist komplett kostenlos. Google verdient an Anzeigen, aber das Profil selbst ist gratis — und einer der besten kostenlosen Hebel für lokale Sichtbarkeit, die es gibt.
Wie lange dauert die Verifizierung? Per Postkarte üblicherweise rund eine bis zwei Wochen, bis der Code bei dir ankommt. Bei manchen Betrieben bietet Google Telefon- oder Videoverifizierung an, die schneller geht. Erst nach der Verifizierung kannst du das Profil voll bearbeiten.
Wie viele Bewertungen brauche ich? Es gibt keine magische Zahl. Wichtiger als die reine Menge sind ein guter Schnitt, Regelmäßigkeit (immer wieder neue) und deine Antworten darauf. Zehn aktuelle, beantwortete Bewertungen wirken stärker als fünfzig alte ohne Reaktion.
Was, wenn jemand eine falsche oder unfaire Bewertung schreibt? Antworte zuerst sachlich und freundlich — das sehen alle. Verstößt die Bewertung klar gegen Google-Richtlinien (Beleidigung, offensichtlich Fake, gar kein echter Kunde), kannst du sie über das Profil melden. Das Löschen liegt aber bei Google und dauert.
Reicht das Profil, oder brauche ich trotzdem eine Website? Das Profil bringt dich in die Suche und liefert den ersten Eindruck. Aber wer mehr wissen will — Leistungen im Detail, Team, Referenzen, Vertrauen aufbauen, online buchen — landet auf deiner Website. Profil und Website sind ein Team, kein Entweder-oder.
Ein optimiertes Google-Profil bringt den Klick. Was danach passiert, entscheidet deine Website. Wenn die nicht professionell wirkt oder am Handy zerfällt, verpufft die ganze Mühe.
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