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How-To

5 Fehler die jede zweite Handwerker-Website macht (und wie du sie vermeidest)

Keine Kontaktmöglichkeit, schlechte Fotos, kein Mobildesign: Die 5 häufigsten Fehler auf Handwerker-Websites — konkret beschrieben mit Lösungen.

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Von Hannes · CRAFFT

Ich schaue mir regelmäßig Handwerker-Websites an — österreichische Tischler, Maler, Installateure, Elektriker, Bodenleger. Und ich sehe dabei immer wieder dieselben Fehler. Nicht vereinzelt, sondern bei der Mehrheit der Betriebe.

Das Frustrierende daran: Diese Fehler sind nicht schwer zu beheben. Es sind meistens Kleinigkeiten, die man einmal richtigstellt — und die dann automatisch mehr Anfragen bringen.

Die gute Nachricht: Wenn dein Mitbewerber diese Fehler macht und du nicht, bist du online besser aufgestellt als er. Das ist keine Frage von Budget. Es ist eine Frage davon, die richtigen Dinge richtig zu machen.

Hier sind die fünf häufigsten Fehler, die Handwerker-Websites machen — konkret beschrieben, mit konkreter Lösung für jeden.


Fehler 1 — Keine klare Kontaktmöglichkeit

Das klingt so offensichtlich, dass du jetzt vielleicht denkst: "Nein, diesen Fehler mache ich bestimmt nicht." Schau nochmal genau hin.

Der Fehler ist nicht, dass Handwerker-Websites gar keine Kontaktdaten haben. Der Fehler ist, dass man sie suchen muss.

Typische Variationen dieses Fehlers:

Der Effekt: Jemand ist auf deiner Website, interessiert sich für deine Leistungen, will dich kontaktieren — und muss suchen. Im besten Fall sucht er kurz. Im schlechtesten Fall gibt er auf und klickt auf den nächsten Treffer in Google.

Die Lösung: Telefonnummer groß, gut sichtbar, oben auf jeder Seite — und auf dem Handy mit einem Tipp anrufbar (das nennt sich tel:-Link). Kontaktformular auf der Startseite oder als eigene, klar verlinkte Seite. Teste selbst, ob das Formular funktioniert, indem du es einmal ausfüllst und schaust, ob du eine Bestätigungsmail bekommst.


Fehler 2 — Schlechte oder keine Fotos

"Wir wollten erst neue Fotos machen, aber das hat sich verzögert."

Diese Aussage höre ich oft. Und das Ergebnis ist entweder: keine Fotos auf der Website, oder Fotos, die vor fünf Jahren mit einem alten Smartphone gemacht wurden und im Dunkeln aussehen.

Dabei ist das Problem nicht, dass Fotos fehlen oder schlecht sind. Das eigentliche Problem ist, was das beim Besucher auslöst: Er vertraut dir weniger. Er fragt sich, ob der Betrieb noch aktiv ist. Er hat kein Gefühl für die Qualität deiner Arbeit. Er klickt weg.

Typische Foto-Fehler:

Die Lösung: Du brauchst keine Profi-Fotografie. Du brauchst ein modernes Smartphone, gutes Tageslicht, und ein bisschen Aufwand vor dem Fotografieren (aufräumen, bestes Licht suchen, mehrere Versuche machen).

Mach Fotos von:

Drei bis fünf gute Fotos sind besser als zwanzig mittelmäßige. Und wenn du ein besonders wichtiges Projekt fertig gestellt hast (eine Renovierung, eine komplexe Installation), lohnt es sich einmal einen lokalen Fotografen für zwei Stunden zu engagieren. 150–250 Euro einmalig, aber du hast Material für Jahre.


Fehler 3 — Keine konkreten Leistungen genannt

"Wir erledigen alle anfallenden Arbeiten im Bereich Elektro, Sanitär und Heizung."

Das ist keine Leistungsbeschreibung. Das ist eine Ausrede dafür, keine Leistungsbeschreibung zu haben.

Kunden suchen konkret. Jemand mit einer kaputten Heizung sucht nach "Heizungsnotdienst Wien" oder "Therme tauschen". Jemand der ein Badezimmer sanieren lassen will, sucht nach "Badsanierung", nicht nach "alle sanitären Arbeiten".

Der Effekt von vagen Leistungsbeschreibungen:

Die Lösung: Liste deine Leistungen konkret auf. Nicht in einer endlosen Wand aus Text, sondern strukturiert:

Statt: "Wir erledigen alle Elektroarbeiten." Besser: "Elektroinstallation Neubau, Sanierung und Umbau — Zähler und Verteilerkästen — Außen- und Innenbeleuchtung — Smart Home Systeme — Photovoltaik-Anlagen — E-Auto Ladestationen"

Das hilft Kunden zu verstehen, was du machst. Es hilft Google, dich für die richtigen Suchanfragen zu zeigen. Und es hilft dir, Anfragen zu bekommen, die wirklich zu dir passen.

Idealerweise bekommt jede wichtige Leistung eine eigene Unterseite — aber auch eine gut strukturierte Leistungsübersicht auf einer Seite ist viel besser als nichts.


Fehler 4 — Nicht für Mobilgeräte optimiert

Mehr als 60% der Google-Suchen in Österreich finden auf Mobilgeräten statt. Für lokale Suchen (z.B. "Tischler Wien") ist der Anteil noch höher — Menschen suchen unterwegs, im Zug, auf dem Sofa.

Trotzdem sehen viele Handwerker-Websites auf dem Handy fürchterlich aus: Text zu klein, Bilder abgeschnitten, Buttons zu eng beieinander, langsame Ladezeit.

Wie du das erkennst: Öffne deine eigene Website auf dem Smartphone. Stelle dir vor, du bist ein neuer Besucher. Kannst du alles lesen ohne zu zoomen? Ist der "Kontaktieren"-Button mit dem Daumen erreichbar? Lädt die Seite in unter drei Sekunden?

Wenn nicht, hast du ein Problem.

Der Google-Effekt: Google bewertet Websites seit 2018 primär nach der mobilen Version (Mobile-First-Indexing). Eine nicht-mobile-optimierte Website rankt bei Google schlechter — das bedeutet weniger Sichtbarkeit, weniger Besucher, weniger Anfragen.

Die Lösung: Wenn deine Website auf einer modernen Plattform gebaut ist (Webflow, Squarespace, neuere WordPress-Themes), ist sie meistens automatisch mobile-optimiert. Das Problem entsteht bei älteren Websites, die noch mit fixen Breiten und kleinen Schriften gebaut wurden.

Kurzfristige Lösung: Lass deinen Webdesigner oder Website-Anbieter die mobile Darstellung überprüfen und korrigieren.

Langfristige Lösung: Eine neue Website auf einer modernen Plattform. Das löst nicht nur das Mobil-Problem, sondern meist auch Geschwindigkeit, Sicherheit und Wartungsaufwand gleichzeitig.


Fehler 5 — Keine Kundenbewertungen / Referenzen

Ich brauche keine Marktforschungsstudie, um dir das zu sagen: Wenn du eine Dienstleistung kaufst, schaust du nach, was andere darüber sagen. Das machen alle. Und deine potenziellen Kunden auch.

Bewertungen und Referenzen sind das stärkste Vertrauenssignal auf einer Handwerker-Website. Weit stärker als jeder Marketingtext, den du selbst schreibst.

Warum viele Betriebe keine Bewertungen haben:

Die Lösung in drei Schritten:

  1. Aktiv um Bewertungen bitten. Nach jedem abgeschlossenen Auftrag, beim dem der Kunde zufrieden war: kurz fragen. "Wenn Sie kurz Zeit haben, freuen wir uns sehr über eine Google-Bewertung — das hilft uns sehr." Ein QR-Code auf der Visitenkarte oder der Rechnung, der direkt zur Google-Bewertungsseite führt, macht es dem Kunden einfach.
  1. Google-Bewertungen auf der Website sichtbar machen. Entweder per Widget (automatisch) oder manuell — drei bis fünf Zitate aus deinen besten Bewertungen, mit Vorname und Ort des Kunden.
  1. Projektbeschreibungen mit Ergebnis. Kurze Case Studies im Stil von: "Küchenmontage in einer Altbau-Wohnung in Graz — 3 Tage Einbau, maßgefertigte Lösung für niedrige Decken." Das ist eine Referenz, die zeigt was du kannst — und wo du es kannst.

Fazit: Was eine gute Handwerker-Website ausmacht

Eine gute Handwerker-Website ist nicht die teuerste und nicht die schönste. Sie ist die, die die Grundlagen richtig macht.

Checkliste für deine Website:

Wenn du diese fünf Punkte abhaken kannst, ist deine Website bereits besser als die Hälfte deiner Mitbewerber. Und wenn du gerade siehst, dass du mehrere dieser Fehler auf deiner Website hast — das ist kein Problem. Es ist eine Chance.

Mehr dazu, was eine vollständig gute Handwerker-Website ausmacht, liest du in: Was macht eine gute Website für Kleinbetriebe aus?

Und wenn du wissen willst, was eine neue Website kosten sollte: Was kostet eine Website für Handwerker?


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