Von der einfachen Visitenkarte bis zur Seite mit Online-Terminbuchung — was eine Friseur-Website wirklich kosten sollte und worauf es ankommt.

Deine Stammkunden kommen sowieso wieder, die kennen dich. Aber die Neuen? Wer gerade zugezogen ist, wer den Salon wechseln will, wer einfach den nächsten guten Friseur sucht — der googelt zuerst.
Und dann findet er entweder dich mit einer ordentlichen Website. Oder den Salon zwei Straßen weiter, der eine hat.
Viele Friseurinnen und Friseure kennen das Gefühl: Eine Website müsste her. Aber was kostet das? Wie aufwendig wird das? Und brauche ich wirklich Online-Terminbuchung, oder ist das übertrieben?
Hier bekommst du die Antworten — praxisnah und mit echten Zahlen.
Bevor es um Geld geht, klären wir, was eine gute Friseur-Website können muss. Für Dinge zu zahlen, die du nicht brauchst, ist Verschwendung. Bei den wichtigen zu sparen, kommt dich teuer zu stehen.
Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten. Klingt selbstverständlich, scheitert in der Praxis aber ständig: falsche Nummer, alte Zeiten, alles schlecht auffindbar. Das straft Google ab — und deine Kunden auch. Trag die Daten zusätzlich ins Google Unternehmensprofil ein, damit du in der lokalen Suche und auf der Karte auftauchst.
Fotos vom Salon und von deiner Arbeit. Friseur ist ein visuelles Geschäft. Ein Neukunde will sehen, ob der Stil zu ihm passt, ob die Arbeit sitzt, wie die Atmosphäre ist. Mindestens 5–10 gute Fotos gehören dazu.
Eine Möglichkeit, dich zu erreichen. Kontaktformular oder Rufnummer, am besten beides. Immer mehr Leute schreiben lieber kurz, statt anzurufen.
Mobile-Optimierung. Der Großteil der Suchen nach lokalen Betrieben läuft übers Handy. Sieht deine Seite am Smartphone schlecht aus oder lässt sie sich nicht bedienen, sind die Leute weg, bevor sie deinen Salon je betreten.
Preisliste. Kunden wollen wissen, worauf sie sich einlassen. Transparente Preise schaffen Vertrauen und ersparen dir Anfragen, die eh nichts werden.
Über den Salon und das Team. Menschen buchen bei Menschen. Ein kurzer Text über dich, dein Team oder die Geschichte des Salons macht die Seite persönlich.
Google Maps eingebunden. Macht das Hinfinden leichter — gerade für Neukunden, die noch nie da waren.
Link zu Instagram. Friseur und Instagram gehören zusammen. Wenn du aktiv postest, verlink dein Profil auf der Seite.
Kosten: €10–25/Monat
Der günstigste Weg. Du machst alles selbst. Für eine ganz einfache Visitenkarten-Seite reicht das — aber rechne 10–20 Stunden für Setup, Texte, Bilder und das Feintuning. Zeit, die du als Friseurin oder Friseur selten hast.
Das Ergebnis sieht meist nach "selbst gemacht" aus. Technisch oft okay, aber nicht so professionell, wie du es dir vorstellst. Und bei Problemen bist du allein.
Kosten: €1.200–3.000 Einmalig + €15–40/Monat Hosting
Ein guter Freelancer baut dir eine ordentliche Seite, günstiger als die Agentur. Die Qualität schwankt aber stark, je nachdem, wen du erwischst. Der Haken kommt später: Willst du etwas ändern, hängst du an genau dieser einen Person — und die ist nicht immer erreichbar.
Kosten: €2.500–6.000 Einmalig + €40–80/Monat laufend
Das professionellste Ergebnis, aber auch das teuerste. Für einen Salon mit 2–5 Leuten ist das in den meisten Fällen überdimensioniert. Was die Agentur verlangt, steht für viele Salons schlicht in keinem Verhältnis.
Rechne es selbst durch: Bei einem Jahresumsatz, wie ihn ein kleiner Salon typischerweise macht, frisst eine Agentur-Website mit ihren Folgekosten schnell mehrere Prozent davon. Für eine Seite, die danach noch laufend Geld kostet, ist das schwer zu rechtfertigen.
Kosten: €99/Monat — alles inkludiert
Du bekommst eine professionell gestaltete, individuelle Website ohne Einmalkosten. Hosting, Wartung, Änderungen — alles drin. Für einen Salon passt das: Du kümmerst dich um Haare, nicht um Technik.
Rechnest du ehrlich über 3 Jahre, ist das Abo in den meisten Fällen das günstigste und entspannteste Modell. Den detaillierten Vergleich findest du hier: Was kostet eine Website für Handwerker in Österreich? — die Zahlen lassen sich gut auf Friseursalons übertragen.
Das ist die häufigste Frage überhaupt: "Brauche ich Online-Terminbuchung wirklich?"
Ehrliche Antwort: kommt drauf an.
Dafür gibt es eigene Tools wie Booksy, Treatwell oder Calendly. Die kosten zusätzlich rund 30 bis 80 Euro im Monat, laufen unabhängig von deiner Website, lassen sich aber einbinden.
Wichtig: Online-Terminbuchung ist eine eigene Software, keine Website-Funktion. Website und Buchungstool sind zwei getrennte Dinge, die gut zusammenspielen, aber nicht dasselbe sind. Lass dir keine Agentur eine teure Eigenentwicklung verkaufen, wenn ein fertiges Tool denselben Zweck erfüllt.
Bei lokalen Betrieben sieht man immer wieder dieselben Fehler:
Öffnungszeiten von vor drei Umbauten. Preislisten, die fünf Jahre alt sind. Das wirkt nicht nur schlampig — es gibt echten Ärger, wenn Kunden mit falschen Erwartungen vor der Tür stehen.
Lösung: Eine Seite, die laufend gepflegt wird (wie beim Abo-Modell), läuft dir nicht davon.
Verwackelte Handy-Bilder bei schlechtem Licht vermitteln nicht den Eindruck, den du willst. Fehlen die Bilder ganz, sind die Leute weg, bevor sie weiterlesen.
Lösung: Einmal ein paar gute Fotos machen lassen (Fotograf, 1–2 Stunden, 150–300 Euro). Das zahlt sich aus.
Noch immer gibt es Friseur-Websites in Österreich, die auf dem Smartphone kaum bedienbar sind. Texte, die man zoomen muss. Buttons, die zu klein sind. Das kostet sofort Kunden.
Wenn du auf Instagram aktiv bist, aber deine Website das nicht zeigt, verschenkst du eine direkte Verbindung zu neuen Kunden.
Die Website zeigt alles, aber sagt dem Besucher nicht, was er als nächstes tun soll: Anrufen? Termin buchen? Hinschreiben? Ein klarer Handlungsaufruf auf der Startseite steigert die Kontaktrate deutlich.
Die Spanne ist groß: vom 10-Euro-Baukasten (viel Eigenaufwand, mäßiges Ergebnis) bis zur Agentur ab 6.000 Euro plus laufende Folgekosten.
Für die meisten Salons — besonders mit 1–5 Leuten — ist der Abo-Service die vernünftigste Wahl: professionelles Ergebnis, planbare Kosten, kein eigener Zeitaufwand.
Was eine gute Website wirklich enthalten soll, erklären wir auch in Was macht eine gute Kleinbetrieb-Website aus?.
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