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Branchenguides

Website für Gastronomen: Speisekarte, Öffnungszeiten, Reservierung — was Gäste wirklich suchen

Speisekarte, Öffnungszeiten, Reservierung: Was Gäste vor dem Restaurantbesuch online suchen — und wie deine Gastro-Website das richtig liefert.

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Von Hannes · CRAFFT

Bevor ein Gast bei dir am Tisch sitzt, war er schon auf deiner Website. Er hat nach einem Lokal gesucht, deine Seite aufgemacht, kurz drübergeschaut — und dann entschieden: hingehen oder weiterklicken.

Diese Entscheidung fällt in Sekunden. Und sie hängt nicht an deinem Essen — das kennt er ja noch nicht — sondern daran, was er auf deiner Website findet.

Was sucht er? Fast immer dasselbe: Speisekarte mit Preisen, Öffnungszeiten, Adresse, ob er reservieren kann, und ein paar Fotos, die zeigen wie es bei dir aussieht. Das ist keine große Sache. Trotzdem scheitern erstaunlich viele Gastro-Websites genau daran.

Veraltete Speisekarte, fehlende Öffnungszeiten, keine Reservierungsmöglichkeit — das sind keine Kleinigkeiten. Das sind Gäste, die woanders hingehen.

Hier kommt, was nicht fehlen darf, wie du Speisekarte und Reservierung richtig löst, und wie du deine Google-Bewertungen für dich arbeiten lässt.


Die 5 Dinge, die jede Gastro-Website haben MUSS

Das sind keine Nice-to-haves. Das sind Pflicht-Inhalte — ohne die deine Website mehr schadet als nützt.

1. Aktuelle Öffnungszeiten — und wann du geschlossen bist

Das ist die meistgesuchte Information auf jeder Gastro-Website, und gleichzeitig einer der häufigsten Fehler: Öffnungszeiten, die veraltet sind. Feiertage, Sommer-Betriebspause, Ruhetag geändert — wenn das auf deiner Website nicht aktuell ist, verlierst du Gäste, die extra für dich angefahren sind und dann vor verschlossener Tür stehen.

Öffnungszeiten sollten auf der Startseite sichtbar sein — nicht nur auf einer Unterseite. Und sie müssen stimmen.

Tipp für österreichische Betriebe: Wenn du zu Feiertagen (Pfingstmontag, Nationalfeiertag, etc.) besondere Zeiten hast, schreib das extra auf. Das ist ein Servicepunkt, der gut ankommt.

2. Adresse und Anfahrt (inklusive Parkplätze und öffentliche Anbindung)

Adresse, und zwar verlinkt mit Google Maps. Dazu: Parkplatzsituation und nächste U-Bahn-Station oder Bushaltestelle. In Wien, Graz oder Salzburg ist das besonders relevant — wer weiß, dass er kein Auto braucht, kommt eher.

3. Speisekarte — aktuell und lesbar

Mehr dazu im nächsten Abschnitt. Kurzfassung: Die Karte muss online sein, sie muss aktuell sein, und sie muss auf dem Handy lesbar sein.

4. Reservierungsmöglichkeit

Ein Anruf ist gut. Ein Online-Formular ist besser. Beides zusammen ist ideal. Gäste unter 40 reservieren viel lieber online als per Telefon — vor allem wenn sie abends spontan planen.

5. Fotos — vom Essen und vom Lokal

"Das Auge isst mit" gilt besonders online. Zwei bis drei gute Fotos deines Lokals und fünf bis acht Fotos deiner Gerichte machen mehr als jeder Text. Keine Notwendigkeit für professionelle Food-Fotografie — ein gutes Smartphone-Foto bei gutem Licht reicht.

Was du nicht zeigen solltest: leere Räume und schlechte Handyfotos bei schlechtem Licht. Lieber weniger Fotos, aber gute.


Speisekarte: PDF, HTML oder Drittanbieter-Widget?

Die Frage stellt sich fast jedem Gastronomen. Hier sind die Vor- und Nachteile ehrlich aufgelistet:

Option 1: PDF-Speisekarte

Vorteile: Einfach zu erstellen, sieht genauso aus wie deine gedruckte Karte, einmal hochgeladen ist es fertig.

Nachteile: Auf dem Handy oft schlecht lesbar — Nutzer müssen zoomen und scrollen. Google kann PDF-Inhalte schwerer indexieren, was deiner Sichtbarkeit bei Suchmaschinen schadet. Und das Aktualisieren ist mühsamer als es sein sollte (neue Datei hochladen, alten Link ersetzen).

Empfehlung: Nur als Ergänzung, nicht als einzige Lösung. Wenn du ein PDF willst, mach es responsiv (optimiert für Mobilgeräte) oder verlinke es zusätzlich zu einer HTML-Karte.

Option 2: HTML-Speisekarte (Teil deiner Website)

Vorteile: Perfekt auf Mobilgeräten lesbar, Google indexiert die Inhalte (hilft bei der Suche nach Gerichten), du kannst sie schnell aktualisieren.

Nachteile: Etwas mehr Aufwand beim ersten Erstellen. Wer seine Website selbst pflegt, muss sich mit dem CMS-System auskennen.

Empfehlung: Das ist die beste Option für die meisten Gastronomien. Eine einfache strukturierte Liste deiner Gerichte mit Preisen, in deiner Website eingebaut.

Option 3: Drittanbieter-Widget (z.B. Speisekarte.de, ePaper-Karten)

Vorteile: Schicke Darstellung, manchmal mit QR-Code-Funktion für den Tisch kombinierbar.

Nachteile: Monatliche Zusatzkosten (5–30 Euro), externe Abhängigkeit (wenn der Dienst die Preise erhöht oder schließt, hast du ein Problem), und oft schlechte Integration ins eigene Design.

Empfehlung: Kann sinnvoll sein, wenn du ohnehin eine digitale Tischkarte willst. Für die reine Website-Darstellung ist es meist unnötig.

Mein Rat: HTML-Karte direkt in der Website, gut gegliedert nach Kategorien (Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts, Getränke), mit Preisen. Das ist schlank, mobil-optimiert, und du kannst es jederzeit selbst oder durch deinen Website-Anbieter aktualisieren lassen.


Online-Reservierung: Welche Tools lohnen sich?

In Österreich ist es durchaus noch üblich, per Telefon zu reservieren — und das ist vollkommen in Ordnung. Aber ein zusätzliches Online-Reservierungssystem bringt dir echte Vorteile:

Die populärsten Tools für die Gastronomie in Österreich:

TheFork (ehemals La Fourchette): Marktführer in Europa, sehr bekannt bei Restaurantgästen. Kunden können über die TheFork-App oder deinen Website-Button reservieren. Kosten: Provision pro Gast (je nach Paket und Auslastung). Gut für Betriebe, die Sichtbarkeit auf der Plattform wollen. Nachteil: laufende Kosten und Abhängigkeit von der Plattform.

OpenTable: International bekannt, in Österreich weniger verbreitet als TheFork. Ähnliches Modell.

Restablo: Österreichisches Tool, gut für kleine Betriebe, günstigere Konditionen als TheFork. Empfehlenswert für regionale Betriebe, die kein globales Plattformmarketing brauchen.

Simples Kontaktformular: Unterschätze das nicht. Ein "Tisch reservieren"-Formular auf deiner Website mit Name, Datum, Uhrzeit, Personenzahl und Telefon — das reicht für viele kleine Betriebe vollkommen aus. Du bekommst die Anfrage per E-Mail, bestätigst kurz zurück, fertig.

Empfehlung für kleine Gastrobetriebe: Wenn dein Betrieb klein ist (unter 30 Sitzplätze) und du keine Plattformreichweite brauchst, ist ein einfaches Formular die günstigste und wartungsärmste Lösung. Für größere Betriebe oder solche, die neue Gäste über Plattformen gewinnen wollen: TheFork oder Restablo.


Google-Bewertungen auf der Website einbinden

Bei kaum einer Branche zählen Google-Bewertungen so viel wie in der Gastronomie. Die wenigsten Gäste gehen blind in ein Lokal, das sie nicht kennen — sie schauen vorher, was andere sagen. Vier Sterne statt drei können den Unterschied machen, ob jemand reserviert oder weiterscrollt.

Wie nutzt du das auf deiner Website?

Variante 1: Widget-Einbindung Tools wie Elfsight oder EmbedSocial ermöglichen es, deine Google-Bewertungen automatisch und live auf deiner Website anzuzeigen. Der Vorteil: Es aktualisiert sich automatisch. Der Nachteil: Monatliche Kosten (10–20 Euro) und eine externe Abhängigkeit.

Variante 2: Manuell ausgewählte Zitate Nimm deine drei bis fünf besten Bewertungen, zitiere sie wörtlich (mit Vorname des Rezensenten, wenn du erlaubt hast das zu verwenden), und baue sie als Text-Testimonials in deine Website ein. Kein Tool nötig, keine laufenden Kosten, sieht oft natürlicher aus.

Variante 3: Link zu Google Maps Mindestens das: Verlinke auf deiner Website zu deinem Google Maps-Profil, damit Besucher mit einem Klick alle Bewertungen lesen können. Ein einfacher "Bewertungen auf Google lesen"-Button reicht.

Tipp: Bitte aktiv um Bewertungen. Nach einem guten Essen, wenn der Gast zufrieden war: "Falls Sie mögen, freuen wir uns über eine Google-Bewertung." Ein QR-Code auf der Rechnung oder einem kleinen Aufsteller am Tisch, der direkt zur Google-Bewertungsseite führt, funktioniert gut.

Für weitere Überlegungen zur optimalen Website-Gestaltung: Was macht eine gute Website für Kleinbetriebe aus?.

Und wenn du wissen willst, was eine Restaurant-Website kostet: Was kostet eine Website für Restaurants?


Fazit: Deine Gastro-Website muss die Grundlagen beherrschen

Es gibt Gastro-Websites, die sind schön und trotzdem wirkungslos. Und es gibt einfache, klare Websites, die jeden Monat neue Gäste bringen. Der Unterschied liegt fast nie im Design — sondern darin, ob die richtigen Informationen da sind, aktuell sind, und auf dem Handy gut lesbar sind.

Die Pflicht-Inhalte für eine Gastro-Website, die funktioniert:

Das ist keine Raketenwissenschaft. Aber es ist der Unterschied zwischen einer Website, die Gäste schickt, und einer, die sie abschreckt.


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